Hallo. Rhonda hier. Hollywood hatte in den 1990er-Jahren offenbar noch erstaunlich viel Vertrauen in Maßbänder – und erstaunlich wenig in Schauspielerinnen, die ihre Rollen bereits überzeugend spielen konnten.

Christine Taylor sagte laut Page Six, dass sie vor den Dreharbeiten zu „The Brady Bunch Movie“ aufgefordert worden sei, zehn Pfund abzunehmen. Die Schauspielerin, heute 55, sprach darüber in einer Folge des Podcasts „Office Ladies“, der von Jenna Fischer und Angela Kinsey moderiert wird.

Taylor beschrieb die damalige Vorgabe als typisch für eine „sehr andere Zeit“ in der Branche. Sie habe dem Wunsch zugestimmt, sich dabei aber unwohl gefühlt. „Natürlich war ich verlegen“, sagte sie dem Bericht zufolge. Taylor ergänzte, eine solche Forderung würde heute nicht mehr passieren. Zugleich stellte sie klar, dass sie damals nicht die einzige Schauspielerin gewesen sei, von der für eine Rolle eine Gewichtsabnahme verlangt wurde.

Die Rolle, um die es ging, war Marcia Brady in der Komödie aus dem Jahr 1995. Taylor hatte die Figur zuvor bereits in „The Real Live Brady Bunch“ gespielt, einer Live-Bühnenversion der bekannten Fernsehserie aus den 1970er-Jahren. Diese Erfahrung brachte sie in die Position, für die Filmrolle vorzusprechen.

Der Kontakt zum Serienschöpfer Sherwood Schwartz kam nach Taylors Schilderung ziemlich unerwartet zustande. Schwartz habe ihr eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen und sie spontan zu einem Gespräch über das geplante Filmprojekt eingeladen. Er produzierte den Film. Taylor traf ihn anschließend bei ihm zu Hause und sprach mit ihm über „The Brady Bunch“.

Für die Schauspielerin war das nach eigener Aussage ein besonderer Moment, denn sie war ein großer Fan der klassischen Serie. Nach ihrem ersten Vorsprechen habe sie sich außerdem sehr sicher gefühlt, die Rolle zu bekommen. Taylor war überzeugt, niemand könne Marcia Brady besser verkörpern als sie. Selbstbewusstsein: vorhanden. Anrufbeantworter-Aufnahme: leider nicht archiviert. Ein kleiner persönlicher Thriller, nur ohne Verfolgungsjagd.

Die Folgen der damaligen Gewichtsanforderung kann das Publikum laut Taylor sogar im fertigen Film erkennen – wenn es sehr genau hinsieht. Sie scherzte, dass sie die zehn Pfund nach Abschluss der Dreharbeiten wieder zugenommen habe, nachdem sie sich mit fettarmem Frozen Yogurt belohnt hatte.

Weil einzelne Szenen nachgedreht worden seien, wirke ihre Figur im Film nicht immer gleich. Taylor erklärte, sie könne in einer Szene etwas rundlicher erscheinen und kurz darauf wieder schlanker aus dem Bild gehen. Das sei dadurch entstanden, wie die Nachdrehs in die bestehende Handlung eingefügt wurden. Kontinuität, dieses stille Drama jeder Filmproduktion, bekam damit offenbar eine zusätzliche Kalorienrechnung.

Taylor ist außerdem als Schauspielerin aus Produktionen wie „Hey Dude“, „Zoolander“ und „The Wedding Singer“ bekannt. Mit Ben Stiller ist sie seit Mai 2000 verheiratet. Die beiden hatten sich zuvor bei der Arbeit an „Heat Vision and Jack“ kennengelernt.

2017 trennte sich das Paar nach 17 Ehejahren, bevor es im Februar 2022 wieder zusammenfand. Stiller sagte damals, beide seien getrennt gewesen, hätten wieder zueinandergefunden und seien darüber glücklich. Für die Familie sei das eine unerwartete, aber sehr schöne Entwicklung gewesen, die aus der Pandemie hervorgegangen sei.

Taylor und Stiller haben zwei Kinder: Tochter Ella, 24, und Sohn Quinlin, 21. Die aktuelle Diskussion über Taylors Erfahrungen bleibt dabei klar von den privaten Angaben über ihre Familie getrennt. Und das ist auch gut so. Eine Rolle darf sich verändern – Fakten sollten es nicht.