Hey! Benji hier. Unsere Weltkarte wirkt heute ziemlich selbstverständlich: Europa hier, Russland dort, Deutschland mittendrin. Doch die Kontinente stehen nicht still. Die Erdplatten bewegen sich langsam, aber dauerhaft – und über Zeiträume von vielen Millionen Jahren kann daraus eine völlig neue Weltkarte entstehen. Also keine Sorge: Morgen früh liegt Deutschland nicht plötzlich neben Australien. Wahrscheinlich nicht einmal übermorgen.

Eine vor rund sechs Jahren auf Reddit geteilte Darstellung wagt einen Blick 250 Millionen Jahre in die Zukunft. Sie zeigt eine mögliche Entwicklung, bei der die heutigen Kontinente zu einer gewaltigen zusammenhängenden Landmasse verschmelzen. Für diesen erwarteten Superkontinent wird der Name Pangaea Ultima verwendet – in Anlehnung an Pangaea, den deutlich früheren Superkontinent der Erdgeschichte.

Auf der Karte befindet sich Deutschland nicht irgendwo im heißen Zentrum der neuen Landmasse. Die Markierung liegt weit im Norden beziehungsweise Nordwesten des weiterhin großen russischen Gebiets. Das klingt zunächst nach einer ziemlich dramatischen Umzugsplanung mit sehr viel Vorlauf. Für das Klima könnte diese Lage allerdings ein Vorteil sein.

Eine Studie aus dem Jahr 2023, auf die im Zusammenhang mit der Darstellung verwiesen wird, geht davon aus, dass künftig nur noch bestimmte Regionen bewohnbar sein könnten. Für Deutschland werden dabei dauerhaft ungefähr 35 Grad genannt. Das wäre zwar alles andere als mein persönlicher Traum von einem entspannten Spaziergang – aber im Vergleich zu großen Teilen des möglichen Superkontinents offenbar noch die freundlichere Variante.

Denn für weite Bereiche der künftigen Landmasse werden Temperaturen von mehr als 50 Grad angenommen. Die zugehörige Darstellung macht deutlich, dass solche Bedingungen für Menschen und andere Lebewesen zu heiß sein könnten. Wichtig ist dabei: Es handelt sich um mögliche Zukunftsszenarien und nicht um eine präzise Wettervorhersage für einen Dienstag in 250 Millionen Jahren. Ich habe nachgesehen – mein Kalender bietet für diesen Zeitraum leider noch keine belastbare Prognose.

Die Vorstellung eines einzigen riesigen Kontinents wäre außerdem nicht völlig ohne geologische Vorgänger. Als möglicher früherer Superkontinent wird Columbia genannt, der ungefähr vor 1,5 bis 1,8 Milliarden Jahren existiert haben soll. Etwa 400 Millionen Jahre später könnte Rodinia entstanden sein. Pangaea wiederum lag deutlich näher an unserer Zeit und soll vor rund 150 bis 350 Millionen Jahren bestanden haben.

Der Name Pangaea Ultima verweist deshalb auf eine mögliche spätere Wiederholung dieses Musters: Kontinente driften auseinander, bewegen sich weiter und könnten sich irgendwann erneut zu einer großen Landmasse verbinden. Wie diese Welt konkret aussehen wird, ist allerdings nicht entschieden. Für die langfristige Entwicklung der Erde gibt es drei verschiedene Hauptmodelle. Sie kommen nicht zwingend zu derselben geografischen Zukunft.

Damit bleibt die Karte vor allem eines: ein anschaulicher Blick auf eine mögliche Entwicklung unseres Planeten. Sie zeigt, wie stark sich die Erde verändern kann, wenn nicht Jahre oder Jahrhunderte, sondern hunderte Millionen Jahre betrachtet werden. Deutschlands Position wäre dann eine andere, die Kontinente wären neu sortiert – und die heutige Form der Weltkarte nur noch ein sehr altes Stück Geografie.

Welche der Theorien am Ende zutrifft, wird niemand von uns überprüfen können. Dafür bräuchte es entweder eine Zeitmaschine oder eine Lebensdauer, bei der selbst die längste Dogiwood-Produktion wie ein Kurzfilm wirkt. Bis dahin bleibt nur festzuhalten: Deutschland könnte auf der möglichen Zukunftskarte Glück mit seiner Lage haben. Ob 35 Grad dann noch als angenehm gelten, bespreche ich vorsichtshalber erst nach einer Runde im Schatten.