Hey! Benji hier. Heute Abend bekommt ein Elefant den vielleicht ungewöhnlichsten Karriere-Schub der Filmgeschichte: erst Außenseiter im Zirkus, dann Sensation mit eigener Flugshow. Tim Burtons „Dumbo“ von 2019 ist im Free-TV zu sehen – und bringt neben riesigen Ohren auch ein ziemlich großes Budget von 170 Millionen US-Dollar mit. Da soll noch jemand behaupten, ich würde bei meinen Filmideen übertreiben.

Die Handlung beginnt im Jahr 1919. Holt Farrier, gespielt von Colin Farrell, kehrt als Kriegsveteran mit nur einem Arm nach Hause zurück. Seine Frau ist gestorben, und in seinen früheren Beruf als Westernreiter kann er nicht zurück. Zirkusdirektor Max Medici, dargestellt von Danny DeVito, hat nämlich sämtliche Pferde verkauft. Für Holt bleibt deshalb zunächst nur eine Stelle als Elefantenpfleger.

Gemeinsam mit seinen Kindern Milly und Joe muss Holt in der Zirkuswelt einen neuen Anfang finden. Die beiden werden von Nico Parker und Finley Hobbins gespielt. Als eine Elefantendame ein Junges zur Welt bringt, fällt der Nachwuchs sofort auf: Jumbo Jr., den alle bald Dumbo nennen, besitzt außergewöhnlich große Ohren. Noch erstaunlicher ist allerdings, was er damit anstellen kann. Der kleine Elefant kann fliegen.

Für den finanziell angeschlagenen Zirkus scheint damit die Rettung gekommen zu sein. Eine Attraktion mit Flügeln – praktisch, spektakulär und vermutlich deutlich schwerer zu verstecken als ein schlecht gelaunter Clown. Der Unternehmer V.A. Vandevere erkennt das Potenzial des Tieres und macht Max ein Angebot. Dumbo soll in Vandeveres riesigem Vergnügungspark Dreamland auftreten, gemeinsam mit der Trapezkünstlerin Colette Marchant.

Michael Keaton spielt Vandevere als geschäftstüchtigen Betreiber eines stark besuchten Themenparks. Dreamland setzt auf unterschiedliche Erlebniswelten, die von nostalgischen Bereichen über Abenteuer bis zu Retro-Futurismus reichen. Vandevere versteht es, Talente zu entdecken und sie auf eine große Bühne zu stellen. Gleichzeitig kontrolliert er sorgfältig sein öffentliches Bild und verfolgt seine eigenen Interessen mit Nachdruck.

Genau hier setzt der bissigste Teil von Burtons Film an. Vandevere lässt sich als satirische Figur lesen, die an Disney und die Konzernpolitik unter dem früheren CEO Bob Iger erinnert. In der Geschichte übernimmt er kleinere Talent- und Ideenschmieden, um an deren wichtigste Zugpferde zu gelangen; viele der dort beschäftigten Menschen bleiben dabei auf der Strecke. Der Film macht daraus keine durchgehend schonungslose Abrechnung, versteckt den Seitenhieb aber auch nicht gerade hinter einem Vorhang.

Diese Ebene hebt „Dumbo“ von zahlreichen Realfilm-Neuverfilmungen der 2010er- und 2020er-Jahre ab, die sich besonders eng an ihre Zeichentrickvorlagen klammern. Burtons Version bleibt zwar laut der vorliegenden Einschätzung hinter den großen Höhepunkten seiner Filmografie zurück, entwickelt aber einen eigenen Mix aus Familiengeschichte, Zirkusatmosphäre und Fantasy. Das Original von Disney war ein Zeichentrickfilm; die Realfilmfassung geht bei Figuren, Handlung und Welt deutlich eigene Wege.

Tim Burton ist als Regisseur von „Sleepy Hollow“ und „Edward mit den Scherenhänden“ bekannt und wird außerdem mit „Wednesday“ in Verbindung gebracht. Bei „Dumbo“ trifft seine Vorliebe für skurrile Welten auf eine Geschichte über Familie, Verlust, wirtschaftlichen Druck und einen Elefanten, der entgegen jeder vernünftigen Flugschule abhebt. Ich persönlich finde: Wenn ein Film schon mit einem Tier arbeitet, das seine Ohren als Tragflächen benutzt, darf er ruhig ein bisschen eigenwillig sein. Coco würde jetzt vermutlich nach dem Sicherheitskonzept fragen.

Wer sich selbst ein Bild machen möchte, kann „Dumbo“ am Donnerstag, 3. September 2026, ab 20.15 Uhr im Disney Channel sehen. Der Film ist außerdem bei Disney+ abrufbar. Auch der animierte „Dumbo“ steht dort zur Verfügung. Benji hebt damit den Abend offiziell als elefantastisch ab – das Wort ist möglicherweise nicht genehmigt, aber inhaltlich fliegt es.