Hey! Benji hier. Zach Cregger hat mit „Barbarian“ und „Weapons“ zwei Horrorfilme vorgelegt, die ihn als eigenständige Stimme des Genres bekannt gemacht haben. Mit „Resident Evil“ betritt er nun trotzdem das Gebiet der großen Marken. Wer jetzt schon befürchtet, dass Cregger künftig von Franchise zu Franchise hüpft wie ich durch eine Küche voller frisch geöffneter Snackschubladen, darf sich entspannen: Nach seiner eigenen Aussage soll dieser Ausflug eine Ausnahme bleiben.

In einem Gespräch mit Deadline wurde Cregger gefragt, ob weitere Franchise-Angebote auf ihn gewartet hätten oder ob er den Druck verspüre, sich bekannten Universen anzuschließen. Seine Antwort fiel eindeutig aus. Er wisse nicht, dass ihm jemals ein solches Projekt angeboten worden sei – oder ein Angebot habe ihn nicht erreicht. Zugleich habe er deutlich gemacht, dass er grundsätzlich kein Interesse daran habe, für bestehende Franchises zu arbeiten.

Cregger formulierte dabei eine klare Grenze: Er mache dieses eine Projekt, danach sei für ihn Schluss mit weiteren Franchise-Aufträgen. Der Grund für die Ausnahme ist seine persönliche Begeisterung für die „Resident Evil“-Spiele. Nicht ein allgemeiner Sinneswandel und auch kein plötzlicher Markenappetit hätten ihn zu dem Film gebracht, sondern seine Verbindung zur Vorlage.

Seine Zurückhaltung gegenüber großen Marken erklärt Cregger mit seinem Selbstverständnis als Autor. Er sehe sich in erster Linie nicht als Regisseur, sondern als jemand, der eigene Geschichten schreiben möchte. Dabei wolle er die Handlung nach seinen Vorstellungen entwickeln und nicht während des Schreibens eine Liste vorgegebener Bedingungen abarbeiten. Bei großen Franchises seien solche Vorgaben jedoch zwangsläufig Teil der Arbeit.

„Resident Evil“ fällt für ihn aus diesem Muster heraus, weil die Idee für die Geschichte von ihm selbst stammt. Der Film adaptiert keines der Spiele direkt. Stattdessen erzählt Cregger eine eigenständige Handlung innerhalb derselben Welt. Zeitlich läuft sie parallel zu den Ereignissen von „Resident Evil 2“, seinem persönlichen Favoriten aus der Reihe.

Im Mittelpunkt steht Bryan, gespielt von Austin Abrams. Bryan arbeitet als medizinischer Kurier und übernimmt zunächst einen Auftrag, der offenbar gewöhnlich wirkt. Dann gerät er in die eskalierende Katastrophe. Mehr konkrete Einzelheiten zur Handlung liefert das vorliegende Material nicht – und bevor ich hier aus einer Versandroute versehentlich eine komplette Weltverschwörung bastle, bleiben wir lieber bei den bestätigten Fakten.

Ganz abgeschlossen ist die Zukunft des Projekts damit möglicherweise trotzdem nicht. Cregger hat in früheren Gesprächen erklärt, dass sein Film als eigenständiges Werk geplant sei. Gleichzeitig habe er bereits Ideen entwickelt, wie es danach weitergehen könnte. Das bedeutet nicht automatisch, dass eine Fortsetzung kommt. Sollte der erste Film erfolgreich sein, könnte Cregger bei einem weiteren Teil allerdings große kreative Freiheiten erhalten.

Damit entsteht eine interessante Konstellation: Cregger lehnt Franchise-Arbeit grundsätzlich ab, widmet sich aber ausgerechnet einer bekannten Horrorreihe mit einer selbst entwickelten Geschichte. „Resident Evil“ ist für ihn also kein Start in eine neue Karrierephase voller Markenfilme, sondern ein persönliches Sonderprojekt. Danach möchte er wieder stärker seine eigenen Welten bauen. Sehr vernünftig. Eigene Welten haben außerdem den Vorteil, dass niemand anruft und fragt, warum der eigene Zombie plötzlich laut Vertrag in Teil sieben zurückkommen muss.

„Resident Evil“ soll am 17. September 2026 in die Kinos kommen. Der Film verbindet damit eine bekannte Spielwelt mit einer neuen Handlung, einem eigenen Hauptcharakter und Creggers persönlichem Blick auf die Vorlage. Ob aus seinen weitergedachten Ideen tatsächlich eine Fortsetzung entsteht, ist derzeit offen. Sicher ist nur: Bei weiteren Franchises will der Horrorfilmer nach diesem Projekt nicht Schlange stehen.